Nach dem grausamen Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satire Magazins Charlie Hebdo haben viele Menschen europaweit ihre Verbundenheit mit Frankreich, ihr Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen, Wut, Trauer und zurecht, Verachtung für die Täter bekundet.
Dieser Anschlag gilt als Angriff auch einen Teil unserer freien, demokratischen Grundwerte: Pressefreiheit, Meinungsfreiheit.
Gerade in Zeiten von Pegida-Demonstrationen auf der einen, wie dem Terror des IS im Irak auf der anderen Seite, ist es schwierig hier ein vernünftiges Maß zu halten, den nicht jeder Moslem ist automatisch ein fundamentaler Islamist.
Hier haben wir auch schon die nächste Herausforderung. Ein guter Freund von mir stellte unlängst die Frage: „Darf Satire alles?“
Ich persönlich antworte hierzu, Nein… Satire darf nicht alles. Die Grenze zieht sich für mich dort, wenn Satire anfängt verletzend oder verachtend zu werden.
Nun kann man darüber streiten, ob die Mohammed Karikaturen verletzend oder verachtend sind. Nach unseren westlichen, offenen Maßstäben vielleicht nicht. Aber kann man diese Maßstäbe hier ansetzen? Europa ist sichtlich christlich geprägt und das Christentum ist hier die vorherrschende Glaubensrichtung. Nur müssen wir bedenken, dass der größte Teil der Christen, es mit ihrem Glauben mittlerweile recht locker nehmen, ja auch darüber Scherze machen. Bei den Moslems, so habe zumindest ich den Eindruck, ist es eben nicht so, der größte Teil der Moslems nimmt den Glauben sehr ernst, auch wenn es schon Anzeichen für einen offeneren Umgang gibt.
Daher stellt sich mir die Frage, bis zu welchem Grad ist es noch vertretbar über eine andere Glaubensrichtung „Satire“ zu betreiben? Vor allem dann, wenn man weiß, wie brandheiß dieses Thema sein kann.
Sicher ist für mich nur, nichts, aber rein gar nichts, entschuldigt den Anschlag auf Charlie Hebdo. Nur muss man in Europa, vielleicht lernen, dass westliche Maßstäbe nicht überall angewendet werden können und sollten.
Die Entscheidung, den Charlie Hebdo Motto-Wagen nicht am Kölner Karnevalsumzug mitmachen zu lassen, kann ich nur begrüßen. Weniger aus Angst vor einem Anschlag, sondern ich finde das dieses Thema zu ernst und zu traurig für einen KARNEVALS Umzug ist.