Mrz 26

Die Kunst der Politik

„Die hohe Kunst der Politik ist kein romantisches Parkett…“, als ich diesen Satz, aus dem Musical -Die drei Musketiere- das erste Mal gehört habe, hatte ich mit Politik selbst noch so gut wie nichts zu tun. Gut, ich ging natürlich wählen, aber so richtig mit Politik auseinandergesetzt habe ich mich nie.

Als in Stuttgart der Zoff um das Bahnprojekt Stuttgart21 begann, sollte sich das Alles ziemlich radikal ändern. Ich habe gelernt mit mit Politik auseinander zu setzen, mich zu informieren und meine Meinungen zu gewissen Themen zu bilden. Das endete damit, dass ich etwas bewegen wollte, etwas tun wollte, aktiv… nicht nur „reden“. Es folgte das sondieren verschiedener Parteien und Wählervereinigungen nach dem Motto: „Wo passe ich am Besten hin?“

Ich habe für mich die richtige Entscheidung getroffen und bin seit 2012 Mitglied bei den Freien Wählern Stuttgart :-)

In der Zeit, die ich mich nun mit der Politik auseinandersetze und selbst versuche zu gestalten, habe ich Menschen kennen gelernt, die mir sehr wichtig geworden sind, Menschen von denen ich etwas gelernt habe und auch Menschen, die mich enttäuschten. So mancher, ach so liberale Mensch, entpuppte sich als Rassist und Homophob. Mancher den ich für sehr konservativ einschätzte zeigte sich offen und tolerant. Und Menschen von denen ich dachte, sie gehörten zum tiefsten linken Sumpf, zeigten sich deutlich als Realo.

Das ist es auch, was Politik spannend, aber auch schwer macht. Jeder Politiker und die Politik selbst, hat das Ziel, dass Beste für die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes zu tun. Ganz egal, welcher Herkunft, Standes, Gesinnung oder Religion. Was dem Einen gefällt, Missfällt dem Anderen. Man wird es sicherlich nie Allen recht machen können. Was mir aber bitter aufstößt ist, dass viele Bürger den Menschen hinter dem Politiker nicht mehr sehen, anstatt sachlich und fachlich zu diskutieren oder zu kritisieren, rutscht man sehr schnell, sehr oft in Beleidigungen und Verurteilungen ab. Wo doch einfach nur jeder versucht, dass zu tun, was er für das Richtige hält. Vielleicht sollte man wieder versuchen ruhigere Töne anzuschlagen und der Politik, oder den gewählten Volksvertretern eine Chance zu geben.

Ich, auf jeden Fall, freue mich noch auf viele interessante und spannende Jahre in der Kommunalpolitik mit tollen Menschen und guten Freunden. Vielleicht schaffe ich es auch, mich noch mehr einzubringen.

 

Feb 04

Charlie, Satire und der Karneval

Nach dem grausamen Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satire Magazins Charlie Hebdo haben viele Menschen europaweit ihre Verbundenheit mit Frankreich, ihr Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen, Wut, Trauer und zurecht, Verachtung für die Täter bekundet.

Dieser Anschlag gilt als Angriff auch einen Teil unserer freien, demokratischen Grundwerte: Pressefreiheit, Meinungsfreiheit.

Gerade in Zeiten von Pegida-Demonstrationen auf der einen, wie dem Terror des IS im Irak auf der anderen Seite, ist es schwierig hier ein vernünftiges Maß zu halten, den nicht jeder Moslem ist automatisch ein fundamentaler Islamist.

Hier haben wir auch schon die nächste Herausforderung. Ein guter Freund von mir stellte unlängst die Frage: „Darf Satire alles?“

Ich persönlich antworte hierzu, Nein… Satire darf nicht alles. Die Grenze zieht sich für mich dort, wenn Satire anfängt verletzend oder verachtend zu werden.

Nun kann man darüber streiten, ob die Mohammed Karikaturen verletzend oder verachtend sind. Nach unseren westlichen, offenen Maßstäben vielleicht nicht. Aber kann man diese Maßstäbe hier ansetzen? Europa ist sichtlich christlich geprägt und das Christentum ist hier die vorherrschende Glaubensrichtung. Nur müssen wir bedenken, dass der größte Teil der Christen, es mit ihrem Glauben mittlerweile  recht locker nehmen, ja auch darüber Scherze machen. Bei den Moslems, so habe zumindest ich den Eindruck, ist es eben nicht so, der größte Teil der Moslems nimmt den Glauben sehr ernst, auch wenn es schon Anzeichen für einen offeneren Umgang gibt.

Daher stellt sich mir die Frage, bis zu welchem Grad ist es noch vertretbar über eine andere Glaubensrichtung „Satire“ zu betreiben? Vor allem dann, wenn man weiß, wie brandheiß dieses Thema sein kann.

Sicher ist für mich nur, nichts, aber rein gar nichts, entschuldigt den Anschlag auf Charlie Hebdo. Nur muss man in Europa, vielleicht lernen, dass westliche Maßstäbe nicht überall angewendet werden können und sollten.

Die Entscheidung, den Charlie Hebdo Motto-Wagen nicht am Kölner Karnevalsumzug mitmachen zu lassen, kann ich nur begrüßen. Weniger aus Angst vor einem Anschlag, sondern ich finde das dieses Thema zu ernst und zu traurig für einen KARNEVALS Umzug ist.

Jan 29

Neujahrsempfang CSD-Stuttgart

Am 10.Januar 2015 war es wieder soweit. Die IG CSD Stuttgart hat zum traditionellen Neujahrsempfang ins Literaturhaus geladen. Für die FREIEN WÄHLER Stuttgart waren der stv. Bezirksbeirat Zuffenhausen, Martin Schmidhofer und ich als Gäste mit dabei.  Der Vorsitzende der IG CSD, Chris Michel führte die gut gestaltete Moderation und wurde dabei von seinen Vorstandskolleginnen Brigitte Weigel und Erna Mijnheer unterstützt. Es gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr 2014 und den Ausblick für ein aktions- und ereignisreiches Jahr 2015. Der spannendste Augenblick auf den die Gäste des gut besuchten Literaturhauses gewartet haben, war die Bekanntgabe des diesjährigen CSD Mottos: Akzeptanz! Was sonst?

Das Motto ist wieder einmal gut gewählt und passt nahezu perfekt in das aktuelle Zeitgeschehen. Ja, sogar selbst innerhalb der Community, der schwul-lesbischen, oder „political correct“  gesagt, innerhalb der LSBTTIQ-Community muss und kann dieses Motto hoch gehängt werden. Akzeptanz zu fordern ist sicher das Eine, wichtige Thema, aber auch in der Community selbst, muss doch an manchen Stellen Akzeptanz gelebt und eingefordert werden.

Mit der CSD Akzeptanz-Tüte haben die Organisatoren in diesem Jahr eine wirklich fabelhafte und unterstützenswerte Idee hervorgebracht.

Neben zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft waren auch viele Interessierte und Bekannte aus der schwul-lesbischen Community anwesend.

Wir freuen uns auf einen erfolgreichen CSD 2015 in Stuttgart.

Weitere Infos unter: www.csd-stuttgart.de

Achim Zepter (Stadtisten) Martin Schmidhofer & Matthias Jürgens (Freie Wähler)

Achim Zepter (Stadtisten) Martin Schmidhofer & Matthias Jürgens (Freie Wähler)

CSD Motto 2015

CSD Motto 2015

Matthias Jürgens (Freie Wähler) & Brigitte Weigel (CSD Stuttgart)

Matthias Jürgens (Freie Wähler) & Brigitte Weigel (CSD Stuttgart)

Mai 09

CSD-Stuttgart Kandidatencheck

Am Mittwoch 07.05.2014 fand im schwul-lesbischen Zentrum Weissenburg der CSD-Kandidatencheck zur Stuttgarter Gemeinderatswahl statt. Gekommen sind unter anderem Kandidaten von CDU (Alexander Kotz), SPD (Dejan Perc), FDP (Bernd Klingler), Bündnis90/Grüne (Andreas Winter), Piraten (Martin Eitzenberger), Die Linke (Christoph Osazek) und natürlich auch unsere Rose von Stein (Freie Wähler). Als Gäste mit dabei waren Ilse Bodenhöfer-Frey (Stadträtin Freie Wähler), Martin Schmidhofer (Freie Wähler) und ich. Die Kandidaten hatten die Möglichkeiten zu Fragen Stellung zu nehmen, die die LSBTTIQ-Community in Stuttgart bewegt.

Dabei waren Fragen, wie z.B.:

-Was kann Stuttgart tun, um für die Community touristisch Interessant zu werden.

-wo hat das öffentliche Ausleben von sexueller Vielfalt ein Ende (bezog sich auf Darkrooms etc.)

-Inklusion

-Flüchtlingsproblematik

und noch einige weitere Fragen.

Im Anschluss gab es noch lockere Tischgespräche mit den Kandidaten.

Die Freien Wähler Stuttgart, haben wieder einmal klar gemacht, dass sexuelle Vielfalt kein Problem mehr in unserer Gesellschaft sein darf und wir uns auf kommunaler Ebene, im Rahmen der Möglichkeiten, dafür einsetzen.

 

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Mai 04

Politischer Frühschoppen

Heute hatten die Freien Wähler Stuttgart zum politischen Frühschoppen in den Biergarten des Bad Cannstatter Kursaal geladen. Bei strahlendem Sonnenschein wurden den Gästen die Kandidaten für den Gemeinderat vorgestellt und der Stadtrat Robert Kauderer erläuterte ein paar „Probleme“ aus dem Stadtbezirk Bad Cannstatt. Wie z.B. die Neubebauung am Neckarpark, sowie die daraus resultierende Lärmproblematik.

Unser Kreisverbandsvorsitzender Peter Aichinger rief zur Wahlbeteiligung auf und unser Fraktionsvorsitzender Jürgen Zeeb zeigte noch auf, für welche Punkte die Freien Wähler stehen.

In den Pausen gab es musikalische Untermalung.

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Mai 03

Bei Wind und Wetter

Auch heute waren wir wieder Kommunalwahlpolitisch unterwegs.

Stadträtin Rose von Stein, die stv. Bezirksbeirätin in Zuffenhausen Britta Rempis-Hegar, Martin Schmidhofer und ich10250121_770047599686366_2125733600163886454_n

haben in Stuttgart-Rot am Romeo Hochhaus, Stuttgarter Spätzle an die Bürgerinnen und Bürger verteilt.

Der eisige Wind der uns dabei um die Ohren pfiff schaffte es nicht die heitere Stimmung an diesem Vormittag zu stören.

 

Etwas Stadtgeschichte:

Die Hochhäuser Romeo und Julia, erbaut als 19- und 12-stockige Wohnbauten mit 105 und 82 Whg. 
Architekten: H. Scharoun und W. Frank. Das Hochhaus Romeo wurde im August 
1957 bezogen.
Das Wohnhaus Romeo galt in den Sechzigern als höchstes Wohnhochhaus in 
Deutschland und gehörte zu den größten in Europa. Als die erste Wohnung im 
Frühjahr 1957 zur Besichtigung eingerichtet war, standen innerhalb einer 
Woche 20 000 Interessenten Schlange.

Mai 03

Statement

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Mai 01

Fröhliches Maibaumhopping

Seit heute Vormittag um 11:00 Uhr waren die Stadträtin Rose von Stein (Freie Wähler), Martin Schmidhofer (Freie Wähler) und ich, in den Stadtteilen unterwegs.

 

10274313_849186675107580_4517281788790013734_nErste Station war das Maibaumaufstellen in unserem Heimatstadtteil Zuffenhausen.  Hier war die Stimmung trotz Regen, ausgelassen und fröhlich. Es gab interessante Gespräche mit den Burschen, die den Maibaum aufstellen und dem einen oder anderen Zuffenhäuser.

 

 

 

 

 

 

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Danach ging es munter weiter nach Mühlhausen in die allseits bekannte Zaißerei. Bei gutem Essen und einem Viertele, gab es auch hier kommunalpolitische Gespräche mit den Besuchern des Maifestes.

 

 

 

 

 

 

 

10173532_769233879767738_516907538264264071_nDie letzte Station war, wie soll es anders sein, dass Maibaumfest in Uhlbach. Hier stießen noch die Freien Wähler Kollegen Konrad Zaiß, Peter Aichinger, Hans-Dieter Bubeck und Wolf Wölfel zu uns.

Alles in Allem war es ein interessanter, informativer und geselliger Tag. Rund rum gelungen.

Jan 10

Come In, come Out und der Hitzlsperger

Deutschland ist begeistert, hat sich doch endlich, lang erhofft, der erste Profifußballer als schwul geoutet. Das zeugt Respekt, natürlich. Zurecht ist man begeistert und spricht von einem Schritt in die richtige Richtung. Zu lange schon hat man auf sowas gewartet…

Allerdings wirft es auch Fragen auf. Fragen nach dem Zeitpunkt, warum erst jetzt, nach dem Karriereende? Das Interview von Hitzlsperger ist da sehr informativ.

Was mich mehr beschäftigt ist der Hype und die Folgen dieses Coming Outs. Klar die Medien reißen sich darum, ist er doch eine Person des öffentlichen Lebens. Als ich mich damals geoutet habe, hat das kein großes Medieninteresse nach sich gezogen. Der Hype um das Coming out fordert natürlich auch seine Schattenseiten, gibt es doch Menschen die das nicht so glücklich finden, ja gar schlechte bis niveaulose Witze darüber zum Besten bringen, ohne zu wissen, was ein Coming Out für einen Menschen bedeutet.

Hitzlsperger ist ein gestandener Mann, 31 Jahre, steht fest im Leben. Man sollte meinen da ist es leicht sich zu outen, aber auch er hat Zeit gebraucht. Niemand macht sich Gedanken darüber, was dieser Schritt für einen jungen Menschen zwischen 15 und 18 Jahren bedeutet, mitten in der Pubertät, in der sowieso alles anders scheint, als man möchte.

Wenn da plötzlich für einen jungen Menschen Fragen auftauchen, eine ganze Armada an Fragen wie, bin ich normal? Die Anderen Jungs stehen doch auch Mädchen, oder umgekehrt. Die Scham, wenn die Freunde auf einmal dumme Sprüche über Schwule von sich geben. Dazu kommt das ewig den Schwulen angelastete Thema HIV und Aids. Man kann von einem Jugendlichen nicht erwarten das er da Bescheid weiß. Darüber hinaus, was werden Mama und Papa dazu sagen, werden sie mir zur Seite stehen, oder bin ich dann das schwarze Schaf der Familie. Nicht wenige Eltern kehren ihren Söhnen und Töchtern nach dem Coming Out den Rücken zu.

Auf einmal steht man ganz alleine da, mit der neuen Situation, die an sich nichts schlechtes ist, die eben so ist, wie sie ist. Mit der man sehr gut und glücklich leben kann. Viele Jugendliche stehen aber tatsächlich alleine da, weil sie von Freunden und Familie keinen Beistand in dieser Phase finden und für viele gibt es da nur noch eine Lösung… Suizid!

2011 lag das Selbstmordrisiko von Homosexuellen Jugendlichen drei bis vier mal höher als bei heterosexuellen.

Wenn manche Menschen erst denken würden, bevor sie Possen reißen, wäre das vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung, um Jugendlichen in dieser, nicht einfachen Phase, zu helfen und ihnen das Leben etwas leichter zu machen.

Für Eltern die Schwierigkeiten mit der Situation haben, das ihr Kind schwul oder lesbisch ist, empfehle ich die Selbsthilfegruppe von Eltern homosexueller Kinder in Stuttgart.

www.elterngruppe-stuttgart.de

Dez 24

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Ich wünsche allen meinen Freunden, Bekannten, Kollegen und deren Familien ein frohes und glückliches Weihnachtsfest! Ein guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr 2014!

Weihnachtsbaum Hintergrund

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